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Zapp Zerapp

Von Klaus Zoch und Heinz Meister, Zoch Verlag, 2-4 Personen, Ca. 30 Minuten, Ab 7 Jahren, Fr 49.90

Als ich kürzlich die Flimmerkiste anwarf, traute ich meinen Augen kaum: Da sassen doch zwei Jünglinge im „Wetten dass“-Studio, schüttelten Zigarettenschachteln und nannten dann eine Zahl. Nachdem sie fünf Zahlen genannt hatten, jubelten sie und hatten gewonnen. Was war geschehen? Die beiden konnten tatsächlich sagen, wieviele Zigaretten die jeweilige Schachtel enthielt.

Was das mit einem Familienspiel zu tun hat? Eigentlich nichts, aber irgendwie kommt mir diese Wette immer in den Sinn, wenn ich Zapp Zerapp höre.

Ein traditionelles Wettlaufspiel

Also: Zapp Zerapp ist eine gänzlich unoriginelle Spielidee mit einem äusserst originellen Mechanismus. Das Unoriginelle zuerst: Eigentlich handelt es sich hier um ein ganz normales Wettlaufspiel à la Eile mit Weile oder Mensch ärgere dich nicht. Die Spielerinnen und Spieler müssen drei Figuren im Kreis herumlaufen lassen, bis sie eine Stadt erreichen. Wer zuerst alle drei Figuren ins Ziel zieht, gewinnt. Ausserdem ist es auch erlaubt, gegnerische Figuren, die ein- oder überholt werden, zurück auf ihre Startfelder zu schicken. Und in einer Regelvariante kann man sich auch noch von anderen Figuren mitnehmen lassen.

Nun zum Mechanismus, der die Zugweite der einzelnen Figuren festlegt: Auf dem Spielplan stehen ausser den Spielfiguren auch noch dreizehn „Rappelfässer“. Das sind kleine Dosen, die ein bis dreizehn Stahlkügelchen enthalten. Eine Spielerin oder ein Spieler wirft jeweils zwei Würfel, worauf alle Mitspielenden eins der Fässchen nehmen und schütteln, wieder hinstellen, nehmen und schütteln usw. - bis sie sich aufgrund des Geräusches für eines der Fässchen entschieden haben.

Nun werden die ausgewählten Fässchen umgedreht. Auf dem Boden ist die Anzahl der Kügelchen in diesem Fässchen zu sehen. Wer eine Zahl gewählt hat, die höher als die Summe der beiden Würfel ist, muss in dieser Runde passen. Alle anderen dürfen eine ihrer Figuren soweit bewegen, wie ihre Zahl zeigt; und zwar zieht immer die höhere Zahl zuerst, was wegen der oben erwähnten Heimschickregel von einer gewissen Relevanz ist. Dann werden alle Rappelfässer wieder in die Mitte gestellt, und es geht mit einer neuen Runde weiter.

Ein richtiges Familienspiel

Wie man sieht, ist Zapp Zerapp kein taktisch oder strategisch hochstehendes Spiel. Es ist ein typisches Familienspiel, bei dem problemlos schon Kinder im Grundschulalter mitspielen können, und das Gross und Klein gleichermassen Spass macht. Zapp Zerapp bietet zudem all jenen etwas, die es mit der Ästhetik haben: Es ist, wie die meisten Spiele aus dem Zoch-Verlag, sehr schön gestaltet und ausgestattet, was auch den ziemlich hohen Ladenpreis von über 60 Franken erklärt.

Ach ja: Gegen die beiden Zigarettenschüttler aus „Wetten dass“ möchte ich Zapp Zerapp lieber nicht spielen.

Text: Vinzenz Berger

Spielbesprechung Berner Woche vom 1. Februar 2001


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