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Hanabi

„Hanabi“ ist japanisch und heisst „Feuerblume“ oder „Feuerwerk“. Dieser Titel passt nicht nur auf das Thema des Spiels, sondern auch auf das Spiel selbst, welches ein wahres Glanzlicht am aktuellen Spielehimmel darstellt.

Zugegeben, auf den ersten Blick erschliesst sich der Spielreiz von Hanabi nicht. Gemeinsam versuchen die Spieler möglichst lange, aufsteigende Zahlenreihen in verschiedenen Farben auszulegen. Nicht besonders innovativ, könnte man meinen. Was sich anhört wie ein Wohlfühl-Ligretto oder eine Mehrspieler-Patience ist in Wirklichkeit aber eine der interessantesten Neuheiten, die wir im letzten Jahr gespielt haben. Und dabei ist das Spiel so einfach, dass man eigentlich selber hätte draufkommen können.

Die Besonderheit von Hanabi besteht darin, dass die Spieler ihre Karten verkehrt rum halten. Von den Karten in meiner Hand sehe ich also nur die Rückseiten. Dafür weiss ich, was alle anderen in der Hand halten. Durch geschickte Hinweise versuchen wir uns nun gegenseitig mitzuteilen, welche Karten gespielt werden können. Bin ich an der Reihe ist, so kann ich einem Mitspieler entweder alle Karten einer bestimmten Farbe oder alle Karten eines bestimmten Zahlenwertes in seiner Hand zeigen. Glaube ich, eine meiner Karten ausspielen zu können, so darf ich dies tun und die Karte wenn möglich passend anlegen. Passt die Karte aber nicht, so erzürnt dies die Götter, die dem Spiel im Wiederholungsfall mit einem Gewitter ein siegloses Ende setzen. Dummerweise ist die Zahl der erlaubten Tipps beschränkt, so dass ich nicht einfach warten kann, bis ich alles über meine Karten weiss. Sind alle Tipps aufgebraucht, so kann ich Karten abwerfen, um neue Tipps freizuschalten. Dabei besteht jedoch immer die Gefahr, Karten zu verlieren, die wir eigentlich noch gebraucht hätten. Am Ende werden die erfolgreich ausgespielten Karten gezählt, woraus dann ermittelt werden kann, wie zufrieden das fiktive Publikum des Feuerwerks mit der gebotenen Show ist.

Bei der ersten Partien läuft vieles schief. Hinweise werden missverstanden, falsche Karten werden abgeworfen und immer wieder verplappern wir uns und geben damit mehr preis als eigentlich erlaubt wäre. (Ok! Die Zuschauer sind Besseres gewohnt.) In der zweiten Partie geht‘s schon besser (Gut! Die Zuschauer sind erfreut.), bald ist die Zwanzig-Punkte-Grenze geknackt (Sehr gut! Die Zuschauer sind begeistert.) und dann wollen wir Hanabi immer und immer wieder spielen. Ja, das Spiel macht richtiggehend süchtig.
Besonders toll dabei: Hanabi funktioniert zu zweit genau so gut wie mit mehreren Spielern.

Kleine Kartenspiele werden ja eigentlich nie „Spiel des Jahres“. Hanabi - wenn‘s nach uns ginge - vielleicht schon. -mf


kaufen Hanabi von Antoine Bauza (Abacus), für 2-5 Spieler, ab 8 Jahren, Spieldauer ca. 30 Min - SFr 9.90   kooperativ, Kartenspiel
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