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Apples to Apples

Partyspiel: Mit Apples to Apples kann man eine Spielrunde auf die Schnelle in Schwung bringen - oder auch einen ganzen Abend lang unterhalten.

Rote und grüne Äpfel

Die amerikanische Firma Out of the Box hat ihren Namen zum Programm gemacht: Man nehme das Spiel aus der Schachtel und spiele los! Kein endloses Regelstudium, keine ausschweifenden Erklärungen, einfach spielen und Spass haben. Schon das vor drei Jahren erschienene Bosworth (eine Schachvariante) war eine Bereicherung des Spielejahrgangs. Und für das im letzten Jahr erschienene Apples to Apples gilt genau das selbe. Es verwundert denn auch nicht, dass Out of the Box in Amerika für dieses Spiel bereits zahlreiche Auszeichungen erhalten hat.

Ein Partyspiel

Apples to Apples kann man am ehesten der Gattung Party- oder Unterhaltungsspiele zuordnen. Es geht ganz einfach darum, einem Eiganschaftswort den Namen eines Ortes, eines Gegenstandes, eines Ereignisses oder einer Person zuzuordnen – und zwar so schnell wie möglich. Zu diesem Zweck deckt eine Spielerin von einem Kartenstapel eine (grüne) Adjektivkarte auf, worauf die Mitspielenden aus ihrer Hand sofort eine (rote) Namenskarte ablegen.

Man stelle sich zum Beispiel vor: Auf das Wort „ridiculous“ (deutsch: lächerlich) kommen folgende Namen: Public Radio (öffentliches Radio), My Bank Account (mein Bankkonto), Disneyland und Bill Clinton. Die Spielerin, welche die grüne Karte aufgedekt hat, muss nun entscheiden, welche der roten Karten ihrer Meinung nach am passendsten ist. Sie soll dabei durchaus subjektiv urteilen. Findet sie Bill Clinton lächerlich, soll sie sich für ihn entscheiden. Und wenn sie über ihr Bankkonto lachen kann, darf sie durchaus auch dieses wählen. Begründen muss sie ihre Entscheidung sowieso nicht. Wer die ausgewählte Karte gespielt hat, erhält einen Punkt gutgeschrieben.

Jetzt können alle ihre Handkarten wieder auf sieben ergänzen und der nächste Spieler deckt eine neue Adjektivkarte auf. Zu erwähnen ist noch, dass die zuletzt gespielte Namenskarte nicht in die Wertung kommt – es ist also Tempo und Entscheidungsfreude gefragt. Diese Regel macht das Spiel nicht nur zügig und kurzweilig, sie sorgt auch dafür, dass mitunter abstruse und lustige Kombinationen auf dem Tisch liegen.

Apples to Apples besteht aus gut hundert grünen Adjektivkarten und über dreihundert roten Namenskarten. Wer das Spiel oft spielt, wird die Karten bald einmal kennen, was sich aber gar nicht als störend erweist. Im Gegenteil: In der vertrauten Runde können bekannte Karten ohne weiteres zum Running Gag werden. Und wem es dann doch langweilig wird, der kann zwei Erweiterungen mit je 290 neuen Karten dazukaufen.

Wer Apples to Apples spielen will, muss nicht perfekt, aber doch einigermassen die englische Sprache beherrschen. Es ist jedoch zu hoffen, dass bald einmal ein deutscher (oder ein schweizer?) Verlag sich des Spiels annimmt und eine deutschsprachige Version davon herausbringt.

Text: Vinzenz Berger

Spielbesprechung, Berner Woche, 19. April 2001



Anmerkung: Seit 2007 gibt es Apples to Apples nun doch auch in deutscher Sprache. Äpfel zu Äpfeln, erschienen bei Pegasus.

vergriffen Äpfel zu Äpfeln beige von Matthew Kirby, Mark Alan Osterhaus (Pegasus), für 4-10 Spieler, ab 12 Jahren, Spieldauer ca. 10-60 Min - SFr 28.00
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