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Babel

Streben nach Höherem

DieGeschichte haben wir alle in der Schule gehört: Im Zweistromland zwischenEuphrat und Tigris wollten die Baumeister allenthalben hoch hinaus und mitden schönsten und grössten Tempeln protzen. Mitunter kam dieses Strebennicht gut heraus, zum Beispiel beim Turmbau zu Babel, wo das ambitionierteBauwerk mir nichts dir nichts einstürzte.

Stufe um Stufe

BeimSpiel Babel ist eben dieses Thema aufgenommen worden: Zwei Personenversuchen, an fünf Orten möglichst hohe Bauwerke zu errichten undgleichzeitig die Bestrebungen des Gegenübers zunichte zu machen. Siehaben fünf verschiedene Völker zur Verfügung, die sie als Arbeitskräfteeinsetzen können. Diese sind dem Spiel in Form von Spielkarten beigelegtund entsprechen von ihrer Herkunft her den fünf Orten auf dem Spielplan.

Esversteht sich, dass ein Tempel nicht einfach aus dem Boden gestampftwerden kann. Er muss langsam Stufe um Stufe erhöht werden. Auch dieeinzelnen Tempelstufen sind als Karten vorhanden. Wer an einem Tempelbauen will, muss mit der Spielfigur erstens an den entsprechenden Ortreisen, indem er oder sie eine Karte dieses Ortes ausspielt. Zweitens musser oder sie dort ebenso viele Völkerkarten abgelegt haben, wie Baustufengebaut werden sollen.

So weitist alles klar und friedlich. Die verschiedenen Völker vertragen sichbestens und lassen einander in Ruhe. Doch mit der Tempelhöhe des Gegenüberssteigt auch die Missgunst und die Versuchung, an der anderen Seitemitzuarbeiten – wenn auch eher im destruktiven Sinne. Wer an einerBaustelle drei gleichartige Völkerkarten liegen hat, kann nämlich dieEigenschaft dieses Volkes einsetzen, indem eine der drei Karten weggelegtwird.

Die Völkerfähigkeiten

ZumBeispiel: Mit drei Assyrern kann der gegnerische Tempel an diesem Ortschlicht und einfach zum Einsturz gebracht werden. Oder drei Meder lassenein ganzes Volk von der Gegenseite abwandern. Oder drei Hethiter stehlenkurzerhand die oberste Stufe und setzen sie auf den eigenen Tempel (übrigensganz ohne sich um die lästige Regel zu kümmern, dass Tempel Stufe um Stufe erhöht werden sollen). Und mit drei gleichen Karten irgendeinesVolkes kann man die Kartenhand der Gegnerin um die Hälfte reduzieren.

Die Fähigkeitender einzelnen Völker zusammen mit einigen regeltechnischen Feinheitenmachen Babel zu einem äusserst aktions- und abwechslungsreichen Spiel.Die beiden Spielerinnen haben jederzeit eine grosse Anzahl an Entscheidmöglichkeiten.Wer diese optimal nützt (und auch noch das nötige Glück hat), kanneinen vermeintlich klaren Spielstand allemal auf den Kopf stellen. DieseMischung aus Verspieltheit (man kann getrost auch einmal probieren, waspassiert) und hohem planerischem und taktischem Anspruch macht aus Babelein Spiel, das fast jedem Geschmack etwas bietet.

Text:Vinzenz Berger

SpielbesprechungBerner Woche 8. März


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