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Schatten über Camelot

Die Artus Sage ist seit jeher ein beliebtes und dankbares Sujet für Spiele jeglicher Art. Nun haben auch die beiden Franzosen Serge Laget und Bruno Cathala sich des Themas angenommen und ein umfangreiches Brettspiel dazu erfunden. Dieses weist eine Besonderheit auf: Es ist kooperativ; das heisst, die Spielerinnen und Spieler müssen gemeinsam gegen das Böse kämpfen, und sie gewinnen oder verlieren das Spiel denn auch gemeinsam.

Es sei denn, es befinde sich ein Verräter unter ihnen. Dann kann es auch sein, dass dieser das schon gewonnen geglaubte Spiel noch auf seine Seite kippen kann. Ob es überhaupt einen Verräter hat und wer dieser ist, ist allerdings nicht bekannt. Dies zeigt sich erst zu Ende oder, wenn er enttarnt wird, im Verlauf des Spiels.

Im Mittelpunkt des Spiels stehen verschiedene Questen, welche die Spielerinnen und Spieler erfolgreich beenden müssen. Mal muss gegen die Pikten oder die Sachsen gekämpft, mal muss das Schwert Excalibur oder der heilige Gral gefunden, oder es muss der Drachen besiegt werden. Wie auch immer, wenn es gelingt, werden die Ritter mit Karten, Lebenspunkten und weissen Schwertern belohnt, wenn nicht, kommt das Böse voran, indem die Spielenden Lebenspunkte verlieren und schwarze Schwerter nach Camelot gelegt werden.

Erfüllt werden die Questen im Wesentlichen durchs Ablegen von Karten. Dabei können sich die Spielerinnen und Spieler bis zu einem gewissen Punkt absprechen. Aber nur wer mit seiner Figur am Ort der entsprechenden Queste steht, darf dort auch Karten ausspielen. Und hoffen, dass genügend weisse Karten dort liegen, bevor die böse Macht obsiegt.

Diese handelt ebenfalls mit Karten, welche zufällig vom schwarzen Stapel gezogen werden. Was heisst: Ob und wo das Böse gerade zuschlägt, ist reiner Zufall. Die guten Ritter können nur mit Flexibiltät reagieren und müssen halt auch mal eine Queste verloren geben.

Jedes mal, wenn eine Queste beendet wird (erfolgreich oder nicht), kommen weisse oder schwarze Schwerter nach Camelot. Liegen zwölf Schwerter dort, ist das Spiel zu Ende. Die Ritter gewinnen, wenn mindestens sieben davon weiss sind. Ist zu diesem Zeitpunkt der allfällige Verräter aber noch nicht enttarnt, darf dieser noch zwei weisse Schwerter in schwarze umwandeln und kann so das Spiel durchaus noch drehen. Das Spiel kann übrigens auch vorzeitig enden, wenn es der bösen Macht gelingt, zwölf Belagerungsmaschinenen vor Camelot aufzustellen oder wenn alle Ritter sterben, also aus dem Spiel ausscheiden.

Die Schachtel von Schatten über Camelot ist mit aussergewöhnlich viel Material gefüllt, was den stolzen Preis von über 80 Franken erklärt. Trotz ausführlicher Regel und aufwändiger Ausstattung ist das Spiel nicht kompliziert und mit ca. 90 Minuten ist auch die Spieldauer absehbar. Es erinnert der Stimmung her an das ebenfalls kooperative Herr der Ringe von Reiner Knizia (Kosmos Verlag).

Dass kooperative Spiele in den letzten Jahren nicht mehr nur für die ganz Kleinen, sondern auch für Jugendliche und Erwachsene auf den Markt kommen, ist an und für sich eine erfreuliche Sache und findet sicher auch dementsprechend viele positive Reaktionen. Für viele gehört aber das Gegeneinander halt auch zu einem Spiel und diesen ist daher wohl eher von Schatten über Camelot abzuraten.


vergriffen Schatten über Camelot von Serge Laget, Bruno Cathala (Days of Wonder), für 3-7 Spieler, ab 10 Jahren, Spieldauer ca. 90 Min - SFr 77.50
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