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DOOM

1992 kreierte der Computerspielehersteller id Software mit „Wolfenstein 3D“ ein neues Genre der PC Games: Der sogenannte „first person shooter“ war geboren. 1993 legte id Software nach mit „Doom“, in welchem der Spieler die Rolle eines auf dem Mars stationierten Space Marines übernimmt und zusehen muss, wie bei einer missglückten Teleportation ein Portal zur Hölle geöffnet wird. Das Spiel dann relativ simpel: Kreaturen aus der Hölle abschiessen – zu hunderten. Nur ein Jahr darauf folgte schon Doom II Hell on Earth. Erneut wurden die Ausgeburten der Hölle liquidiert, dieses Mal aber auf der Erde. Erst 10 Jahre später veröffentlichte id Software nach langer Entwicklungsphase und mit neuster Softwaretechnologie Doom 3. Der Titel hielt, was er versprach: Rumgeballere auf dem Mars mit Top-Grafik, gemischt mit Gruseleffekten, die den Spieler im Stuhl erzittern liessen. Dies war offenbar Grund genug für Fantasy Flight Games der Serie ein eigenes Brettspiel zu widmen. Doch reicht ein Name aus für ein gutes Brettspiel?

Doom – the boardgame hält sich äusserst genau an seine Vorlage, den dritten Teil der Serie. Viele Kreaturen des Spieles wurden 1:1 übernommen, es können die altbekannten Waffen verwendet werden und auch die Überraschungsangriffe wurden - so gut es für ein Brettspiel geht - übernommen. Das Ziel der Marine-Spieler ist es im Allgemeinen, einen bestimmten (von den fiesesten und gefährlichsten Monstern bewachten) Ausgang zu erreichen. Der sogenannte Invader hingegen, welcher die Monster steuert, muss sechs Frags (Kills) erreichen. Jedes mal, wenn ein Soldat stirbt, wird er im darauffolgenden Zug mit voller Energie wieder zum Leben erweckt.

Zu Beginn des Spiels erhält jeder Kämpfer zwei spezielle Fähigkeiten, die seine Figur charakterisieren. So mag ein Marine z.B. mehr Schaden einstecken, ein zweiter kann sich schneller bewegen und der dritte trifft besser und öfter. Ein bis drei Marine-Spieler versuchen nun gemeinsam, sich durch die von Monstern überrannte Marsbasis durchzukämpfen. Durch Teamplay und cleveres Einsetzen der unterschiedlichen Fähigkeiten müssen die Spieler Monster dezimieren und sich durch die Basis in Richtung Ausgang bewegen. In jedem Zug haben die Spieler zwei Aktionen zur Verfügung: Laufen, Schiessen oder eine von vier Spezialaktionen. Das Vorwärtskommen ist jedoch nicht wirklich einfach, denn je nach Szenario treffen die Spieler auf Sackgassen, verschlossene Türen und ganz sicher auf den einen oder anderen Monster-gefluteten Raum. Und als ob das nicht schon genug wäre, kommt noch der Invader zum Zug, nachdem jeder Marine an der Reihe war. In dessen Phase kann er seine Monster bewegen und angreifen lassen, neue Monster ins Spiel bringen und Fallen vorbereiten. Im Verlaufe des Spiels entdecken die Marines neue und bessere Waffen und erhalten Rüstungsverstärkung und Munition, mit welcher haushälterisch umgegangen werden muss. Dieses Aufpowern ist aber auch nötig, denn gegen Ende des Szenarios werden die Monster immer fieser und gefährlicher.


Doom – the boardgame ist ein gelungenes Spiel, welches sowohl optisch wie auch spieltechnisch voll zu überzeugen vermag. Von den Marine-Spielern wird einiges an taktischem Teamplay abverlangt und die Monsterhorden halten die Soldaten ständig auf Trab. Ein einfaches Durchballern, wie man es von der Computervorlage kennt, gibt es nicht. Der Invader hat zahlreiche Möglichkeiten, seine Mitspieler mit fiesen Tricks und Kniffen zu überraschen und aufzuhalten. Dadurch bleibt Doom – im Gegensatz zu anderen vergleichbaren Titeln – nicht nur für die Soldaten, sondern auch für den Spielleiter stets spannend. Man merkt, dass die (leider nur) vier Szenarien ausgiebig getestet wurden, denn bei beidseitiger guter Taktik und ausgeglichenem Würfelglück bleibt der Ausgang des Spiels bis zum Schluss offen. Sollten sich die Marines oder der Invader jedoch trotzdem zu sehr abmühen, so gibt es auf der Internetseite von Fantasy Flight Games 5 Modifikationen zu finden, die den Schwierigkeitsgrad verändern („Nightmare“ – „I’m too young to die!“). Zusätzlich werden dort von Zeit zu Zeit neue Szenarien veröffentlicht. Ein Besuch von „www.fantasyflightgames.com“ lohnt sich also allemal.

Doom – the boardgame expansion

Die Erweiterung bietet viele Neuheiten, die die Herzen der Doom-Fans höher schlagen lassen: Neue Szenarien, Monster, Waffen, Regelvarianten und zwei neue monsterlose Spielmodi: „Capture the Flag“, wo die Marines in zwei Teams versuchen, die gegnerische Flagge zu erobern, und „Deathmatch“, in welchem bis zu sechs Marines hart auf hart gegeneinander antreten.


kaufen Doom The Boardgame (englisch) 2016 (Fantasy Flight Games) - SFr 99.00
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